10 Jahre blumenundso

Das Blumengeschäft am Bucheggplatz

Am Rande des Bucheggplatzes steht ein kleines Häuschen, in dem schon seit langer Zeit ein Blumengeschäft zu Hause ist. Davor ein verzauberter Garten. Irgendwie fühlt man sich ins Märchen von Hänsel und Gretel versetzt. Hier arbeitet seit zehn Jahren mit viel Elan eine sympathische junge Frau namens Patricia.

Wir vom Gewerbe Wipkingen schätzen Patricia Gabathuler sehr, die in unserem Vorstand schon etliche Jahre als Kassiererin tä- tig ist. Darum wollen wir ihr Jubiläum nutzen, sie und ihr kleines Schmuckstück vorzustellen:

GW: Hallo Patricia, herzliche Gratulation zu deinem Jubiläum.
Patricia: Hoi zäme, dankeschön, dass ihr mich am Rande von Wipkingen besucht.

GW: Was weisst du über dieses kleine Häuschen zu erzählen?
Patricia: Es ist mindestens 60 Jahre alt und viele erinnern sich noch an Frau Hug und Frau Lang, die das Geschäft dazumal gründeten. Es ist herzig zu hören, wenn mir die Kunden erzählen, dass sie als Buben mit dem Velo ausgeholfen und die Sträusse verteilt haben!

GW: Du siehst so jung aus und doch führst du diesen Blumenladen schon seit zehn Jahren. Darf man wissen, wie alt du bist?
Patricia: (lacht) Ja, ich bin mittlerweile 31 Jahre jung.

GW: Wie war dein Werdegang?
Ich wusste schon als Kind, was ich werden wollte. Deshalb habe ich nach der Schule die Gärtnerlehre in Mels abgeschlossen und die Floristenausbildung in Grabs angehängt. Danach habe ich zwei Monate in Chur gearbeitet und anschliessend drei Monate hier im «blumenundso» – und ihn dann gleich übernommen.

GW: Wie wurde das dein Geschäft?
Wie das Leben so spielt: Schon als Klein, als ich mit meinen Eltern hier vorbeifuhr, dachte ich: «Wow, wunderschön, so einen Laden hätte ich später gerne». Kurz nach meinen Ausbildungen übernahm eine Bekannte von mir das Geschäft und bot mir einen Job an. Als ich dann sah, welches Geschäft es war, fielen mir fast die Augen aus dem Kopf – mein Kinderwunsch erfüllte sich! Bald wurde es meiner Bekannten mit noch zwei anderen Geschäften, zu viel und so konnte ich ihr meinen Traumladen abkaufen.

GW: Hattest du am Anfang Hilfe?
Meine wunderbaren Eltern unterstützten meinen Start ins Geschäftsleben. Mein Vater tatkräftig und meine Mutter moralisch. Ich bin hier nach Zürich gekommen, ohne jemanden zu kennen. Ich musste mir ziemlich viel selbst beibringen und erhielt auch schon Aufträge, von denen ich nicht genau wusste, wie ich sie bewerkstelligen sollte. Doch genau solche Situationen haben mich flexibel, kreativ und offen gemacht. Mit der Zeit lernte ich ganz viele liebe Menschen kennen, wie zum Beispiel meine Lieferantin Elvira Ghiani oder meine gute Seele Vreny Bugmann. Erika Hug, meine ehemalige Vermieterin, springt immer mal wieder beim Ausliefern ein. Durch die Treuhänderin, Verena Möckli, konnte ich auch in meiner Geschäftsbuchhaltung professioneller werden.

GW: Deine Geschäftsphilosophie?
Natürlich, kreativ, sauber – und mein Credo: «Blumen müssen lange halten». Ich schaue sehr stark auf gute Qualität und Haltbarkeit und kaufe lieber mal etwas mehr neu ein, damit die Blumen beim Kunden zu Hause auch wirklich halten. Ich mache alles gern: Es ist wunderschön, Liebenden den Tag mit Blumen zu versüssen, Trauernden mit Blumen Trost zu spenden und mitzufeiern, wenn das erste Baby da ist und der Mann voller Freude Blumen holen kommt. Aufträge, bei denen man seine Kreativität ausleben kann – es gibt so viel Befriedigendes im Beruf einer Floristin!

GW: Wie verläuft dein Arbeitstag?
Ich stehe um 4.30 Uhr auf und um 5 Uhr suche ich bereits in der Blumenbörse aus, was ich für den Tag brauche. Um 6.15 Uhr bin ich dann im Geschäft, trinke Kaffee und atme durch. Danach werden die Blumen angeschnitten, die Schnittblumenecke arrangiert und die Sträusse und die Gestecke gebunden. Um 8.30 Uhr öffne ich den Laden und trage alles für den Aussenbereich in den Garten. Danach werden die Bestellungen erledigt, Kunden beraten und bedient, über Mittag Pflanzen in den Firmen gewässert, und und und – die Arbeit geht kaum je aus.

GW: Wechselt dein Auftragsvolumen nach Tag oder Jahreszeit?
Von Tag zu Tag und Jahr zu Jahr! Aber grundsätzlich ist in den Sommermonaten weniger los als zum Beispiel an den Weihnachtstagen, wo ich gut und gerne mal 17 Stunden pro Tag arbeite.

GW: Dein Geschäft liegt nahe am Friedhof Nordheim, hat das für dich Auswirkungen?
Heutzutage wünschen viele Trauernde anstelle von Blumen eine Spende. Und doch, die Lage nahe beim Friedhof merke ich natürlich sehr gut.

GW: Was für Jubiläumsevents hast du vorgesehen?
Ich werde am Samstag, 10. Juni, einen Tag der offenen Tür mit Apéro organisieren. So wie ich mich kenne, fällt mir aber bestimmt noch etwas ein, womit ich allen meinen treuen Kunden und Freunden von Herzen Danke sagen kann. ”

GW: Patrizia, wir wünschen dir alles Gute und danken dir für deinen Einsatz im Gewerbeverein.

Beitrag: Reto Prader und Kurt Gammeter

Blumenundso: www.blumenundso.ch

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